
Der Gerichtshof der Europäischen Union hat in einem wegweisenden Verfahren klargestellt, dass EU-Recht Deutschland nicht daran hindert, bestimmte Online-Casino-Spiele und Wettangebote von in Malta lizenzierten Betreibern für deutsche Spieler zu untersagen, obwohl der Online-Glücksspielmarkt grundsätzlich unter die Dienstleistungsfreiheit fällt, und diese Entscheidung geht auf eine Vorlage eines maltesischen Gerichts zurück, in der es um einen deutschen Wohnsitzinhaber ging, der zwischen Juni 2019 und Juli 2021 auf verbotenen virtuellen Automatenspielen sowie Lotterie-Wetten Einsätze getätigt hatte.
Ein maltesisches Gericht hatte den EuGH um Klärung gebeten, nachdem ein in Deutschland ansässiger Kläger die Rückzahlung seiner verlorenen Einsätze gefordert hatte, und die betreffenden Spiele sowie Wetten waren in Deutschland zu diesem Zeitraum nach nationalem Recht untersagt gewesen, während die Anbieter über maltesische Lizenzen verfügten, die ihnen eigentlich den Zugang zum europäischen Markt ermöglichen sollten, doch die Richter stellten fest, dass Mitgliedstaaten weiterhin eigene Spielräume bei der Regulierung behalten, wenn es um den Schutz von Verbrauchern und die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung geht.
Die Sachverhalte zeigten, dass die verbotenen virtuellen Slot-Maschinen sowie die Lotterie-Wetten gezielt an deutsche Nutzer gerichtet waren, und nationale Gerichte dürfen nach dem EuGH-Urteil entsprechende Verträge für nichtig erklären sowie die Rückerstattung der Einsätze anordnen, wobei solche Maßnahmen nicht automatisch gegen EU-Grundfreiheiten verstoßen, solange sie verhältnismäßig und durch zwingende Allgemeininteressen gerechtfertigt bleiben.
Die Richter betonten, dass die Dienstleistungsfreiheit zwar Online-Glücksspiel erfasst, doch die Mitgliedstaaten behalten die Kompetenz, restriktive Regelungen zu erlassen, wenn diese dem Schutz vor Spielsucht, dem Verbraucherschutz sowie der Vermeidung von Kriminalität dienen, und in diesem konkreten Fall sah der EuGH keine Verletzung des EU-Rechts durch die deutschen Verbote, da die Maßnahmen auf objektiven Kriterien beruhten und nicht diskriminierend gegenüber ausländischen Anbietern ausgestaltet waren.

Beobachter notieren, dass solche Urteile die Balance zwischen europäischer Marktintegration und nationaler Souveränität in sensiblen Bereichen wie dem Glücksspiel neu justieren, und deutsche Gerichte können nun gestärkt auf diese Rechtsprechung verweisen, wenn sie über Klagen von Spielern entscheiden, die bei nicht lizenzierten oder verbotenen Angeboten verloren haben, während maltesische Betreiber möglicherweise ihre Geschäftsmodelle anpassen müssen, um den jeweiligen nationalen Vorgaben zu entsprechen.
Betroffene Spieler erhalten durch das Urteil die Möglichkeit, Verträge rückabzuwickeln und Einsätze zurückzufordern, sofern die Spiele in Deutschland verboten waren, und Anbieter mit maltesischer Lizenz sehen sich vor der Herausforderung, ihre Dienste für deutsche Nutzer entsprechend zu beschränken oder komplett einzustellen, um rechtliche Risiken zu vermeiden, während die Entscheidung auch für andere EU-Staaten als Orientierung dienen kann, die ähnliche Beschränkungen erwägen.
Die Entwicklungen im Mai 2026 zeigen, dass die Grundsätze aus diesem Urteil weiterhin die Diskussionen um eine einheitlichere Lizenzierung und strengere Kontrollen prägen, da Deutschland an der Umsetzung weiterer Anpassungen im Glücksspielstaatsvertrag arbeitet und Betreiber ihre Compliance-Strategien darauf abstimmen, und Statistiken aus dem Bereich belegen, dass verbotene Angebote nach wie vor ein Thema für Aufsichtsbehörden bleiben.
Zusammengefasst hat der EuGH mit diesem Urteil die Handlungsfähigkeit der Mitgliedstaaten im Online-Glücksspielbereich gestärkt, ohne die Dienstleistungsfreiheit grundsätzlich in Frage zu stellen, und deutsche Gerichte sowie Behörden können nun auf eine klare Rechtsgrundlage zurückgreifen, wenn sie Verbote durchsetzen oder Rückforderungen prüfen, während die betroffenen maltesischen Unternehmen ihre Angebote an die jeweiligen nationalen Vorgaben anpassen müssen, um weiterhin aktiv zu bleiben.
Die Times of Malta berichtete ausführlich über den Fall und die Hintergründe, und weitere Details zum Verfahren finden sich in Berichten zum CJEU judgment on German gambling restrictions (case referred by Maltese court). Experten beobachten bereits, wie diese Rechtsprechung in laufenden Verfahren und bei der Vorbereitung neuer Regelungen bis 2026 Anwendung findet.